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Mit dem Einmarsch der alliierten Truppen beginnen die Georgspfadfinder mit der Wiedergründung katholischer Pfadfindergruppen. Zwar noch immer als "Gemeinschaft Sankt Georg" (GSG), da die Alliierten mit einer Lizenz für "Pfadfinder" zögern. Im amerikanisch besetzten Teil Deutschlands erfolgt sie jedoch als eine der ersten überhaupt. Banner, Abzeichen, Kluft und dergleichen, sowie Geländespiele sind jedoch verboten. Zu groß ist die Angst, es könnten sich in der Jugend- und Pfadfinderbewegung sogenannte Werwolfgruppen bilden. In Deutschland herrschen Hunger und Not. In den ausgebombten Städten wird mit dem Wiederaufbau begonnen. Viele Georgsritter sind noch in Kriegsgefangenschaft. Doch auch dort, in Frankreich, England und Amerika, werden Stämme gegründet.

1946 wird zum Jahr der Sammlung. Das 6. Bundesthing in Altenberg im Juli ´46 wählt Hans Fischer zum Bundesfeldmeister.
"Aus 5 Quellen wird das Wesen der DPSG bestimmt:

  1. Die DPSG ist katholische Jugend mit ihren Aufgaben, Zielen und ihrem kirchenorganischen Aufbau.
  2. Die DPSG ist Pfadfinderbund nach den Richtlinien der Welt-Pfadfinderbewegung.
  3. Die DPSG ist katholische Pfadfinderschaft nach der Ausrichtung der OISC mit katholischen Motiven und Zielen.
  4. Die DPSG in Freiheit und Kampfeszeit erstellt eine feine Harmonie zwichen erzieherischem Pfadfindertum und Lebendiger Jugendbewegung.
  5. Die DPSG in den Nachkriegsverhältnissen verpflichtet alle Stämme auf die neue Bundesordnung.

Oberstes Anliegen ist das Apostulat der Caritas." (Der Georgspfadfinder, DPSG, 1949).

In Hardehausen wird 1947 der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gegründet. Die GSG ist Mitbegründerin und zugleich Gliedgemeinschaft des neuen Bundes. Das 7. Bundesthing in Altenberg weißt die Christliche Arbeiterjugend und die Land-Jugend als Tätigkeitsfelder für die Georgsritter aus. In Krefeld wird ein Bundesamt eingerichtet.

1947 werden die Georgspfadfinder stark von internationalen Kontakten geprägt: Beim ersten Jamboree nach dem Weltkrieg, dem sogenannten "Jamboree of peace", können Georgspfadfinder im Kontingent der Scouts de France (SdF) teilnehmen. Im Laufe vieler Jahre entwickelt sich daraufhin ein enge und tiefe Freundschaft zwischen den beiden Pfadfinderbünden.

Erste Kontakte mit internationalen Pfadfinderbünden und mit dem Weltbüro der Pfadfinder (B.S.I.B.= Boy-Scout-International Bureau) in London werden aufgenommen. Colonel Wilson, der Chefsekretär des B.S.I.B., kommt nach Deutschland und informiert sich über den Stand des wiederaufblühenden Pfadfindertums im zerstörten Deutschland. Die Gemeinschaft Sankt Georg gründet eine "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Pfadfinderbestrebungen mit der Christlichen Pfadfinderschaft und dem Evangelischen Jungenbund in der Evangelischen Jugend Deutschlands.

Ab 1948 nennt sich der Bund wieder Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg. Am 15.04.1948 erscheint die Nr.1 des Mitteilungsblattes der DPSG. Sie ist ein Vorläufer weiterer Pfadfinderzeitschriften des Bundes.

Das 8. Bundesthing in Ingolstadt behandelt folgende Themen: Unser Stehen im Volk, unser soziales Anliegen und die Georgsritter. Willi Werner, vor dem 3. Reich 1. Reichsfeldmeister und nun mittlerweile Kaplan, zum Bundeskuraten gewählt. Ein Exerzitienwerk und ein Bundesstatut werden beschlossen. Im Rahmen dieser Statuten dürften wohl auch die "Grundelemente" für die DPSG definiert worden sein. Im Handbuch "Der Georgspfadfinder" ist sind diese festgehalten: " Zum katholischen Pfadfindertum gehören:

  • das Pfadfindergesetz,
  • das Pfadfinder-Versprechen,
  • der Pfadfinder-Wahlspruch,
  • das System der kleinen Sippen,
  • das System der Stufungen und Prüfungen,
  • das einfache und natürliche Leben."

 

Ab Januar 1949 erscheinen monatlich eigene DPSG-Zeitschriften, für die Pfadfinder "Die große Fahrt" und der "Georgspfadfinder" als Führungsrundbrief. Im selben Jahr erfolgt die Herausgabe des Handbuches "Der Georgspfadfinder". Die neuntausend Exemplare sind bald vergriffen. Gestaltet wurde dieses Buch von Willi Werner, der Ritterrunde Augsburg und dem Bundesfeldmeister Hans Fischer.

Das 9. Bundesthing in der Abtei Marienstadt in der Osterwoche 1949 erhält einen Besuch von Kardinal Frings. Es wird eine neue Struktur ein. (Siehe dazu das Diagramm auf der nächsten Seite) eingeführt, die Ordnung für die Georgsritter wird festgelegt, sowie eine einheitliche Pfadfindertracht. Die DPSG zählt mittlerweile 20500 Mitglieder.

Am 1. Oktober 1949 wird der "Ring Deutscher Pfadfinderbünde" (RDP) gegründet. Am 2./3. Oktober wird zusammen mit vielen anderen Jugendverbänden der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) gegründet. Mit Wirkung vom 21. August 1950 wird der Ring Deutscher Pfadfinderbünde als Mitglied in die "Boy Scouts International Conference", die Internationale Pfadfinderkonferenz aufgenommen. Dem RDP gehören die evangelische Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD), der Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) und die DPSG an. Parallel dazu entwickelt sich der "Ring Deutscher Pfadfinderinnenbünde" (RDPw), dem Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG), der Bund Deutscher Pfadfinderinnen (BDPw), der Evangelische Mädchenpfadfinderbund (EMP) und Bund Christlicher Pfadfinderinnen (BCP) angehören.

Die Rompilgerfahrt im Heiligen Jahr 1950 führt 1000 Georgspfadfinder in die Heilige Stadt. Unter anderem ein Gruppe von Münchner Pfadfindern. Sie bewältigen die Fahrt mit Motorrädern, die sie von BMW geliehen bekommen. Dies hält Luis Trenker filmerisch fest. Die DPSG wächst auf 26 000 Mitglieder. Auf dem Bundesthing 1951 wird eine stärkere Betonung der Stände Wölflinge, Pfadfinder, Georgsritter sowie eine Erweiterung der Bundesführung beschlossen. Ab jetzt gibt es einen Bundesfeldmeister und einen Kuraten für jeden Stand (=Stufe). Ein eigenes Beitragstystem wird eingeführt. Die Georgsritter bezahlen beispielsweise zwei DM vierteljährlich. Jeden Monat werden die Stämme zur "Osthilfe" aufgerufen: "[...] auch jenseits der Zonengrenze leben unsere Brüder".

Beim 7th World-Jamboree 1951 in Bad Ischl in Österreich nehmen die deutschen Pfadfinder erstmals als eigenes Kontingent teil. Darunter sind auch viele Georgspfadfinder. Die Pfadfinder aus Deutschland fallen vor allem durch ihre schlichte, praktische und doch sehr effektive Ausrüstung auf, die sich bei den starken Regenfällen bewährt. Das Jamboree bekommt den Spitznamen "Schlammboree".

Das "Wirtschaftswunder" wird langsam sichtbar in Deutschland. Viele Stämme beginnen, sich ein eigenes Heim zu bauen, eine Hütte im Wald. Die DPSG erwirbt in Westernohe ein großes Gelände, auf dem die Bundeskurse durchgeführt werden. Auch die Bundesausscheidung um den Georgsschild findet als fünftägiges Lager dort statt. Die Georgsritterschaft der DPSG stimmt über ein soziales Hilfswerk der Georgsritterschaft "Dienst durch die Tat" ab.

Die Georgsritter spenden monatlich einen Stundenlohn fur dieses Hilfswerk. 1955 wird der Bau eines Erholungsheims für behinderte Kinder und Jugendliche in Westernohe beschlossen. 1956 wird das erste Zeltlager dort durchgeführt, während bei Lagern die Vorbereitungen für den Bau des Heimes beginnen.

Dieser Beitrag wurde aus folgenden Quellen zusammengestellt:
- Informationsblatt "Ein Blick in die Geschichte" der DPSG
- Ordnung, Satzung, Geschichte des Verbandes, DPSG
- Der Georgspfadfinder, DPSG, - Pfadfinder, ein anderer Weg, DPSG
- Suchen* Entdecken * Begegnen - Pfadfinder International aus der Bücherreihe Spuren - Materialien für die Gruppe, VCP