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Seit 1927 gibt es katholische Pfadfindergruppen in Deutschland. Am 7. Okober 1929 wurde die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg auf Probe in den Katholischen Jungmännerverband aufgenommen. Diese vorläufige Aufnahme des damals 800 Mitglieder starken Bundes versteht die DPSG als ihren Geburtstag. Eine Bundeskanzlei wird in Wuppertal-Elberfeld errichtet. Die vorläufige Bundesordnung, das Pfadfindergesetz, das Lilienbanner und die Tracht wurden auf der Reichstagung, dem sogenannten Bundesthing im Februar 1930 beschlossen.

Zu Ostern 1931 tagt das 2. Bundesthing in Schönstatt. Es befaßt sich mit Organisationsfragen. Am 20. Juni 1931 erfolgte auf der Reichstagung des Katholischen Jungmännerverbandes durch einstimmigen Beschluß die endgültige Aufnahme der rund 2000 Georgspfadfinder als gleichberechtigte und gleichverpflichtete Mitglieder unter dem Leitwort des Bundes: "Es lebe Christus in deutscher Jugend" - ein hoher Anspruch, gerade im Hinblick auf die nun folgenden Jahre. Willi Werner, der 1. Bundesfeldmeister der DPSG, spricht während der feierlichen Aufnahmezeremonie die Worte: "Wir sind treu, oder wir sind nicht!" "Anschließend wächst die DPSG "aus innerer durchschlagender Kraft" ist im Buch "Der Georgspfadfinder" dem Handbuch der DPSG zu lesen.

Im Februar 1931 wird Walter Casott Bundesfeldmeister. Das 3. Bundesthing in Altenberg (Ostern 1933) befaßt sich mit dem Thema Durchgeistigte Form und geformter Geist des Pfadfinderlebens. Es ist richtungsweisend für die Wölflingsschaft, für die Prüfungsordnungen, Arbeitspläne und die Georgsritterschaft, wie sich damals die Rover und Leiter genannt haben. Der Erfolg dieses Bundesthings ist ein ständiges Anwachsen der DPSG. Diese Entwicklung konnten auch verschiedene Teilverbote durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) der Nazi-Regierung nicht beeinträchtigen. Im Dezember 1933, dem Jahr der sogenannten Machtergreifung durch die Nazis, gibt es bereits 459 Stämme mit mehr als 13 000 Mitgliedern.

Ab 1934 verbieten staatspolitische Anordnungen das geschlossene Auftreten katholischer Jugendverbände. Zwar läuft das Gruppenleben noch, gibt es weiterhin Lager und auch Schrifttum, aber alles wird zum Abenteuer. Der politische Druck der nationalsozialistischen Machthaber wächst beständig. Die Georgspfadfinder werden mehr und mehr Schikanen ausgesetzt.

Das 4. Bundesthing an Neujahr 1934 in Altenberg formuliert ein festes Bekenntnis: "Wir Georgspfadinder sind Christusjugend. Jeder Georgspfadinder will werden ein Georgsritter." "Das Ethos unseres Pfadfinderlebens" wird behandelt. Die Stunde des Bundes entsteht: "Jeden Monat zu einer bestimmten Stunde eines bestimmten Tages wird die Stunde des Bundes alle Sippen und Stämme, damit alle Georgspfadfinder, geistig vereinen. Die Stunde des Bundes soll beweisen, daß sich alle Georgspfadfinder als bewußte und lebendige Glieder wissen und bekennen. Sie soll ein Zeichen der wachen und starken Stämme sein, die sich durch nichts beirren lassen und selbstsicher und zielklar weiterarbeiten. Im heutigen Kampf fühlen wir uns eng zusammengeschmiedet. Dessen Ausdruck ist die Stundes des Bundes, in der alle Pfadfinder im ganzen Reich zur gleichen Stunde ein Gleiches tun. Wir glauben an die Kraft im Bunde." (Auszug aus dem Rundbrief Georgspfadfinder vom September 1934.)

Im April 1935 umfaßt die DPSG 467 Stämme mit insgesamt 16000 Georgspfadfindern. Die Wallfahrt von 200 Georgspfadfindern 1935 nach Rom zum heiligen Vater und die beiden Finnlandfahrten 1936 und 1937 werden zum mutigen Bekenntnis.

Im November 1936 wird Kaplan Reinhard Angenendt Bundeskurat. Ein Weiterarbeiten als Pfadfinderbund mit Lager und Fahrt, öffentlichen Auftreten oder gar öffentlichen Versprechensfeieren ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Daher wird zu Neujahr 1937 auf dem 5. Bundesthing in Altenberg die DPSG in "Gemeinschaft Sankt Georg (GSG)" umbenannt. Die Ordnung der GSG wird beschlossen.

Durch eine Verfügung der Geheimen Staatspolizei aufgrund des Gesetzes "zum Schutz von Volk und Staat" wird im Februar 1938 der Katholische Jungmännerverband mit seinen Gliederungen unter Zwang endgültig aufgelöst.

Während des zweiten Weltkriegs: Trotz Verbot halten die DPSG-Gruppen Verbindung miteinander, im geheimen werden Versprechen abgelegt und Rundbriefe verteilt. Tausende Jugendliche leiden unter den Verfolgungen der Nationalsozialisten, müssen Schule und berufliche Ausbildung abbrechen, werden ohne gerichtlich Verfahren eingesperrt und verurteilt. Fred Josef, Stammesfeldmeister in Würzburg, wird wegen "Weiterführung einer verbotenen Organisation und Bildung von Elitetruppen der Jugend in der Kirche gegen den Staat" zur Zwangsarbeit verurteilt und stirbt 1943 im Konzentrationslager Auschwitz.

Im Untergrund und Widerstand lebt der Pfadfindergeist vielenorts in der Gemeinschaft Sankt Georg weiter. Hier und dort sogar ohne jegliche Unterbrechungen. Wenige Tage nach dem Zusammenbruch und der Kapitulation 1945 findet in Breslau das letzte Pfadfinderversprechen in der Illegalität statt. Das Lilienbanner des Stammes Breslau Sankt Nikolaus wird bei der Vertreibung im Flüchtlingsgepäck mit nach Westdeutschland gebracht.

Diesen Beitrag wurde aus folgenden Quellen zusammengeschrieben:
- Informationsblatt "Ein Blick in die Geschichte" der DPSG
- Ordnung, Satzung, Geschichte des Verbandes
- Der Georgspfadfinder, DPSG, (1. Auflage 1949)