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Eine Grünung mit Folgen
Die DPSG und der Nationalsozialismus
Neubeginn
Ein neuer Aufbruch


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Eine Gründung mit Folgen

Lord Robert Baden-Powell of Gilwell ist der Gründer der Weltpfadfinderbewegung. Er lebte vom 22. Februar 1857 bis zum 8. Januar 1941. Bald nach dem Erscheinen der ersten Schriften über die Pfadfinderei von Baden-Powell (1908) kam es auch im damaligen Deutschen Reich zur Gründung von Pfadfindergruppen. Am 7. Oktober 1929 wurden die ersten katholischen Pfadfindergruppen, die sich in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg zusammengeschlossen hatten, in Altenberg in den katholischen Jungmännerverband aufgenommen.

Die DPSG und der Nationalsozialismus

  • 1933: Die katholischen Verbände überstehen als einzige die ersten Gleichschaltungsaktionen des NS-Regimes
  • 1934: Es wurden die ersten großangelegten Offensiven der HJ gegen die katholischen Jugendverbände organisiert.
  • 1935: Himmler, der Reichsführer der SS, ordnet das Verbot konfessioneller Jugendarbeit an.
  • 1938: Verbot der Georgspfadfinder. Daraufhin nennt sich die DPSG in Gemeinschaft Sankt Georg (GSG) um, deren Mitglieder sich weiter in aller Stille treffen.

Da im Reich jetzt alle Tätigkeit wie Lager, Ausflüge etc. untersagt waren, wurden sie oft über die Reichsgrenze verschoben. Hier zwei Beispiele:

  • Ostern 1935: Pilgerfahrt der St. Georgspfadfinder (200 Teilnehmer) mit der Sturmschar nach Rom
  • Sommer 1937: Die 2. Bundesfahrt der DPSG nach Finnland

Die Pfadfinder- und Jugendbewegung wurde wegen "Bündischer Umtriebe" verfolgt. Zahlreiche Pfadfinder waren aufrund ihrer oppositionellen Haltung verhaftet und verurteilt worden. Fred Josef, ein Georgspfadfinder aus Würzburg steht als Beispiel für alle anderen, weniger bekannt gewordenen Fälle: Er wurde am 21. Januar 1943 im KZ Ausschwitz ermordet

Neubeginn

1946 findet in Altenberg das erste Bundestreffen der DPSG nach dem Krieg statt. Es sind bereits 11 Diözesen vertreten. Die Besatzungsmächte beobachten noch voll Mißtrauen die Bildung von Parteien und Vereinen. Das Tragen von Abzeichen, Fahnen und Kluften war verboten. In der amerikanischen Besatzungszone werden die Pfadfinder als eine der ersten Vereine ab 1946 lizensiert, ab 1948 auch in der britischen und französischen. Ende der 50er Jahre überarbeitet die DPSG ihre Grundlagen. An der Praxis ändert sich jedoch nicht viel. 1961 startet die DPSG ihre erste Jahresaktion "Flinke Hände, fllinke Füße". Sie geht zugunsten des Ausbaues für die Freizeitstätte für Behinderte im Bundeszentrum der DPSG bei Westernohe.

Ein neuer Aufbruch

In den 60er Jahren entstehen die ersten Grundlagen zur engen Zusammenarbeit der DPSG mit den Scouts de France. Mit der emanzipatorischen Gesellschaftskritik der Studentenbewegung und ihren Einflüssen auf die gesamte pädagogische Diskussion begann auch im Verband ein neuer Aufbruch. Die DPSG entsagte der frontalen Beispielerziehung mit stark moralisierendem Einschlag und überdachte ihren pädagogischen Anspruch und die Ordnung des Verbandes neu. Kooperation und die Übernahme von Verantwortung sollen in der "reflektierten Gruppe" erlernt werden.

1971 erfolgte die Neufassung der Ordnung des Verbandes: Die Bundesversammlung beschließt Mädchen als Mitglieder offiziell aufzunehmen, nachdem die Basis bereits für vollendete Tatsachen gesorgt hatte. Heute werden nach Möglichkeit alle Ämter im Verband paritätisch im Sinne der Koedukation besetzt. Insbesondere in Vorstandsämtern sollen, ab Bezirksebene müssen, jeweils eine Frau und ein Mann vertreten sein.

Die Schwerpunkte und Entwicklungen des heutigen pfadfinderischen Engagements:

  • Behinderte in der DPSG seit Anfang der 50er Jahre
  • Internationale Begegnungen
  • Entwicklungspolitisches Engagement
  • Einsatz für ausländische Kinder und Jugendliche
  • Einsatz für den Frieden (Die Weltorganisation der Pfadfinderbewegung (WOSM) erhält 1981 den Friedenspreis der UNESCO für ihr Engagement zur internationalen Völkerverständigung)
  • Leben in und mit der Natur - Verantwortung für die Schöpfung